Hass, Fake-News & Manipulation im Netz

Mark Zuckerberg zeigte sich fassungslos. Vieles werde sich nun ändern, liess er vergangenen Herbst verlauten. Dass Handlungsbedarf besteht, gründet auf permanenten Vorwürfen nicht nur gegen Facebook, auch gegen Twitter. Die Plattformen gehen nicht genug aktiv gegen Spam, Hass und Fake-News vor.

«Es ist noch nicht lange her, da vernetzten sich auf Facebook Demonstranten, um Diktatoren zu stürzen. Dann enterten Rechtspopulisten die Plattform, um dort ihren Hass auszukübeln.», schreibt die Republik. Oder: auf den Hashtag ‚metoo‘ folgt ‚sheknew‘, wo keine Debatte im Vordergrund steht, sondern neue Vorwürfe und Skandale.

Manipulation der Maschine

Der Facebook-Algorithmus ist dumm. Kann nicht zwischen wahr und falsch, zwischen gut und böse unterscheiden. Vielmehr reagiert er auf die Reaktionen, die eine Nachricht auslösen. Und Nachrichten werden gerade durch Emotionen befeuert. Durch Wut und Empörung und Hass. Ist der Algorithmus eine Manipulationsmaschine geworden, die die Demokratie bedroht? Holt auf, wer sich das Silicon-Valley-Know-how ins Wahlkampfteam holt?

Manipulation im Netz
Manipulation im Netz: Nicht nur bei den Massenmedien, auch beim Leser liegen Problem und Lösung.

Schwarmintelligenz?

Dass etwas nicht deshalb richtiger wird, weil Millionen von Menschen es für richtig halten, ist ein alter Zopf. «Social Proof» ist das Übel hinter Blasen und Panik an der Börse. Und es ist das Übel, das den Algorithmus stimuliert. Wer weiss, wie leicht man sich irren kann, ist besser gewappnet. Medientheoretiker Udo Göttlich bringt es in einem Interview in die «Welt» so auf den Punkt: «Fake News sind nicht darauf ausgelegt, die Wirklichkeit darzustellen. Sind sie einmal in der Welt, dann geht es um die schnelle Verbreitung durch Likes, die ihren Gehalt zusätzlich autorisieren, weil man seinen Freunden vertraut. Sie funktionieren, weil bestimmte Lesergruppen die Popularität einer Nachricht als Massstab für deren Validität nehmen.».

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