Snapchat als Marketingtool?

Der Instant-Messaging-Dienst Snapchat ist aktuell wohl eine der angesagtesten Social-Media-Apps und insbesondere bei Jugendlichen äusserst beliebt. Rund 200 Millionen Menschen nutzen die App täglich. Doch wie können Unternehmen Snapchat effektiv und zielführend für ihr Marketing nutzen?

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Ungefiltert, frech und freiheraus verschicken die meist jungen Snapper – über 50% der Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre alt – Kurzvideos oder Bilder, die maximal 24 Stunden sichtbar sind. Die Snapchat-Nutzer schätzen vor allem die Möglichkeit, sehr private und persönliche Einblicke zu bekommen und mit Hilfe der für gewöhnlich spontanen Snaps am Alltag Anderer teilzuhaben.

Mit herkömmlichem Marketing- und Reichweitenberechnungen stösst man bei Snapchat als Marketer allerdings an seine Grenzen. Denn Likes, Follower und Konsorten, wie bei anderen bekannten Social Media Channels, spielen auf dieser App fast keine Rolle.
Wenn Unternehmen auf Snapchat Marketing betreiben, dann möchten Sie damit nicht mehr Likes oder Traffic für ihre Website erzeugen, sondern ihr Unternehmen in den Köpfen der User verankern. Es geht um Branding.

Ja wie denn nun?

Ja, Snapchat kann man tatsächlich erfolgreich für B2C-Marketingzwecke einsetzen, wie das insbesondere US-Firmen und Brands eindrücklich bewiesen haben.
Folgende Snaps sind für Marketingeinsätze sinnvoll:

  1. Puff Daddy_InfluencerInfluencer-Marketing: Influencer dokumentieren auf Snapchat ihren Lifestyle sehr ausführlich und authentisch, was das Einbinden von Marken und Produkten besonders einfach und diskret macht. Diese Art von Realtime-Storytelling können Unternehmen für sich nutzen und sich gegen Vergütung in der Story des Snapppers platzieren.
  2. Wettbewerbe: Die Community mit Verlosungen und Gewinnspielen unterhalten. Angesichts der kurzfristigkeit der Snaps, reagieren die User schneller und öfter.
  3. Neue Produkte: Die Kunden/User stets auf dem Laufenden über New Arrivals, Ausverkäufe und exklusive Angebote halten.
  4. Behind the scenes: Einblicke in das Unternehmen bieten, wie Produktionsabläufe, den Arbeitsalltag, interessante Mitarbeiter, Backstage-Eindrücke von Fotoshootings usw.
  5. Interaktion: Die Community kreativ mitarbeiten/mitbestimmen und interagieren lassen. „Wo verbringt ihr das Wochenende?“ oder „Welches Produkt sollen wir in unser Sortiment aufnehmen?“.
  6. Geo-Filter: Mit selbst kreierten Geo-Filter kann man auf das Unternehmen aufmerksam machen in dem man für eine Veranstaltung, das Business oder einen bestimmten Ort On-Demand Geofilter kauft. Dabei dürfen Markenlogos und Warenzeichen kostenpflichtig gezeigt werden.

Die Nachteile

Ein grosser Nachteil von Snapchat ist, dass die Erfolge der Marketing-Massnahmen nur sehr schwer messbar sind, da das Tool keine Statistiken wie beispielsweise Facebook anbietet. Für das Tracking  gibt es aber inzwischen Tools wie Snaplytics. Für monatlich USD 179.- bietet das Dänische Startup Einsichten zu Nutzerzahlen, Öffnungsraten, Anzahl Screenshots und mehr.

Ein weiterer potentieller Nachteil für Marketer ist, dass Snapchat die reichlich vorhandenen Nutzerdaten nicht sammelt, so dass keine vergleichbare effektive Werbung möglich ist.

Fazit

Snapchat kann demnach, wenn das Verständnis über das Tool, dessen Möglichkeiten und das Nutzungsverhalten des Zielpublikums vorhanden ist, eine effiziente Möglichkeit sein, vor allem die junge Zielgruppe mit geringem Kostenaufwand zu erreichen. Unternehmen können so, mit ein wenig kreativen Aufwand, ganz andere Seiten von sich präsentieren, sowie Sympathie und Kundenbindung erzeugen.

Übrigens, wenn die Verbreitung der App weiterhin so rasant vonstatten geht, könnte schon sehr bald auch eine ältere Zielgruppe auf Snapchat anzutreffen sein. Ob dies den Vorteil der aktuell ziemlich exklusiven Marktsegmentierung zunichte machen wird, sei mal dahingestellt.

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Andy Lanzone
Andy Lanzone hat den Social Media Community Manager-Lehrgang (#smcm) besucht.

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